Chronik des Vereins

Geschichte der Blasmusik in Bütthard


 

„Von unserem Vereinsmitglied Robert Düchs recherchiert und überarbeitet von Alfred Kemmer und Johannes Kemmer (Hösselbarth)

 

Auch wenn kein Chronist Bütthard’s Musikgeschichte bisher aufgezeichnet hat, es steht außer Zweifel: die Blasmusik hat in Bütthard Tradition. Vor allem aus mündlichen Überlieferungen, aber auch aus alten Belegen, Niederschriften und vereinzelten Hinweisen in der Ortschronik ist zu entnehmen, dass in Bütthard schon sehr lange und gerne musiziert wird.

Ursprünglich spielten die Musiker überwiegend bei kirchlichen Anlässen, vor allem bei Prozessionen, Flurgängen und Wallfahrten. Schon bald erweiterte sich das Repertoire auch auf die Tanz- und Marschmusik. Etwa zu Anfang des letzten Jahrhunderts wurde dann die konzertante Blasmusik ebenfalls aufgenommen. Die Auftritte der Kapellen scheinen sich in früherer Zeit auf den heimatlichen Ort beschränkt zu haben. Doch bei der steigenden Intensität der Ausbildung, vor allem nach der Jahrhundertwende, mehrten sich die auswärtigen Auftritte, wobei überwiegend auf Tanzveranstaltungen und bei Stiftungsfesten gespielt wurde.

Alles hat einen Anfang…

Der zur Zeit früheste nachweisbare Hinweis auf das Bestehen einer Musikkapelle in Bütthard ist die Gründung der „Musikgesellschaft Bütthard” ,welche im Jahre 1860 erfolgte. Die Anzahl und auch die Namen der Musiker sind heute leider nicht mehr bekannt. Jedoch existiert vom 25-jährigen Stiftungsfest dieser Gemeinschaft noch eine Fotografie. Sie ist am 04. Januar 1885 aufgenommen und zeigt die damals elf Mitglieder der Kapelle mit ihren Instrumenten. Diese Musiker sind, mit Ausnahme des Bürstenmachers Peter Maurer, nicht mehr namentlich bekannt.

Aus dem Jahr 1885

In der Büttharder Ortschronik von Pfarrer Paul Hartung wird erstmals für das Jahr 1869 die Existenz einer Musik erwähnt. Dabei muss dem aufmerksamen Leser unwillkürlich ein Schmunzeln überkommen. Der Chronist erzählt dort (Seite 83), wie es zur Gründung der Schwesternstation in Bütthard kam und schildert den Einzug der Klosterfrauen. Sie waren mit der Eisenbahn von Augsburg gekommen und mit einem Pferdefuhrwerk am Bahnhof Wittighausen abgeholt worden. Am Ortseingang von Bütthard wurden sie empfangen und in feierlicher Prozession zur Kirche geleitet. Dabei habe die Musikkapelle das Kirchenlied „Kommt her, ihr Kreaturen all” gespielt. Ob die Auswahl dieses Liedes aus Gedankenlosigkeit oder in Ermangelung eines geeigneteren Musikstückes oder vielleicht sogar in einer bestimmten Absicht erfolgte, ist nicht überliefert.