Chronik des Vereins

Neue Wege werden betreten.  

Ab 2003 betrat man dann, was die Ausbildung betrifft, ganz neue Wege. Seit 1995 ja auch Dirigent der „Frankonia“, erlernte Alfred Kemmer in Seminaren das Ausbildungssystem „Bläserklasse“, und gründete im Herbst 2003 die 1. Bläserklasse (BK) Bütthard mit 31 Kindern. Hierbei musizieren die Kinder in Orchesterbesetzung von der 1. Woche an einmal alle gemeinsam und einmal im Register. Die ausschließlich nagelneuen Instrumente für fast 20 000,- € wurden über einen Kredit finanziert und an die Kinder ausgeliehen. Nach vier Jahren war dann der Kredit zurück bezahlt. Wurde die erste BK noch sehr skeptisch beäugt, so hat sich dieses System nun längst etabliert, und so konnten nacheinander 2005 23 Kinder, 2007 28 Kinder und schließlich 2009 36! Kinder geworben werden.

Längst hatte auch Johannes Hösselbarth, der ebenfalls in Dinkelsbühl an der Berufsfachschule für Musik studiert hatte, die Fortbildung zum Bläserklassen- Leiter absolviert, und leitet bis heute zusammen mit Alfred Kemmer die verschiedenen Formationen. Die Ausbildung an den Instrumenten machen neben diesen beiden Musiklehrern aber auch noch sehr qualifizierte und engagierte Musiker des Vereins. So unterrichten zur Zeit und seit vielen Jahren auch Thomas Schmitt (Tuba, Posaune), Madeleine Grund (Sax) und Marion Hösselbarth (Flöte). Musiklehrer Manuel Hofrock unterrichtet Schlagzeug, und die Musiklehrerin Katja Kimmelmann Klarinette. Sie ist es auch, die unsere 2009 neu gegründete Flötengruppen (10 Kinder) und die Gruppe „musikalische Grundausbildung“ (12 Kinder) leitet.

Und so hat der Verein Frankonia in seiner langen Geschichte 2010 einen historischen Höchststand an aktiven Musikern erreicht. Das Hauptorchester besteht aus 42 Aktiven, das sind zum Großteil Musiker der Schülerkapellen von 1990, 1995 und der ersten BK aus dem Jahre 2003. In den 3 Bläserklassen musizieren zur Zeit wie folgt: Franko-Minis 36 Kinder, Franko-Teenies 28 Kinder und die Fränkies mit 20 Jugendlichen. Und so meldet der MV Frankonia Bütthard im Jahre 2010 über 125 Aktive beim NBMB an! Übrigens wurde in dieser Zeit auch verstärkt um passive Mitglieder geworben, und so stieg auch ihre Zahl kontinuierlich von unter 50 auf inzwischen ca. 150 Mitglieder an. Auch ihnen mal an dieser Stelle ein großes Dankeschön für ihre Treue zum Verein.

Von der Küche zum Vereinsheim

Nach der Wiedergründung der Musikkapelle im Jahre 1945 fanden die gemeinsamen Proben zunächst abwechselnd in verschiedenen Privathäusern statt. Etwa ab 1947 wurde einige Jahre in einem Werkstattraum an den Samstagen geprobt. Dann war der Saal des Gasthauses „Goldener Engel” und später das Nebenzimmer des Gasthauses Henneberger Probenraum. Nächste Station war ein Zimmer im Erdgeschoss des ehemaligen Benefiziatenhauses (jetzt Pfarrhaus). Nach Beendigung des Rathaus-Umbaues 1970 bezog die Musikkapelle einen größeren Raum im Obergeschoss des Rathauses. Mit der steigenden Anzahl der Musiker und der zusätzlichen Gründung einer „Big Band” waren die räumlichen Verhältnisse auch hier nicht mehr ausreichend. So begann wieder die Suche nach einem größeren Raum, wobei auch ein Ausbau oder Neubau in’s Auge gefasst worden war. Ein geplanter Anbau an der neuen Grundschule (1989) wurde ebenso verworfen, wie ein Neubau am Ortsrand hinter dem Anwesen der Landmaschinenwerkstätte Dörr (1990). Das gleiche Schicksal erlitt (1994) der geplante Neubau im ehemaligen Pfarrgarten unter Einbeziehung eines dort vorhandenen Nebengebäudes. In den Jahren 1991/92 sollte das Probenraumproblem im Zuge des Baues einer Mehrzweckhalle durch die Gemeinde einer Lösung zugeführt werden, was dann allerdings an den Gesamtkosten scheiterte. Schließlich setzte sich 1996 die Idee eines Neubaues auf einem gemeindeeigenen Grundstück oberhalb der neuen Schule durch.

Das „Haus der Musik“ entsteht!

Nach einer einjährigen Planungsphase mit Architekt Roland Nörpel, der über 10 Jahre musikalischer Leiter der Big Band war, gab die Bauaufsichtsbehörde mit der Plangenehmigung am 16.07.1997 grünes Licht für die Bauausführung, mit der bereits zwei Tage später begonnen werden konnte. Da unter den Mitgliedern der Kapelle und des Vereins nahezu alle Bau- und Ausbauberufe vertreten waren, war von Anfang an beabsichtigt, den Neubau soweit wie möglich in Eigenleistung auszuführen um Kosten zu sparen.

Mit dem Einsatz von rund 6.000 Helferstunden ist es auch gelungen, die ursprünglich veranschlagten Baukosten von 450.000 DM auf rund 255.000 DM zu senken. Dank eines 20%igen Zuschusses aus dem Kulturfonds Bayern, einer über Jahre hinweg angesammelten ansehnlichen Baurücklage, der materiellen Unterstützung durch die politische Gemeinde und der Spendenfreudigkeit der Mitglieder und Förderer machte die Finanzierung des Bauvorhabens keine Schwierigkeiten. Obwohl sich die Bauarbeiten (mit Ausnahme der Rentner und Bauern) im wesentlichen auf die Wochenenden konzentrierten, konnte bereits nach nur 16 Monaten Bauzeit die erste Musikprobe am 25. November 1998 in den neuen Räumen stattfinden.

Die offizielle Einweihung und Übergabe des „Hauses der Musik” geschah im Rahmen eines Festaktes am Nachmittag des 25. April 1999 dem sich ein Konzertabend anschloss, an welchem sich alle vier Musikgruppen und Kapellen beteiligten, welche die neuen Räume nun nutzten. An den Feierlichkeiten nahmen neben Vertretern aus Kirche, Politik und dem Nordbayerischen Musikbund auch Ministerialrat Gerhard Düchs vom Bayerischen Kultusministerium teil, welcher in seiner Studienzeit aktiv bei unserer Musikkapelle als Posaunist mitgewirkt hatte.