Chronik des Vereins

Die „Frankonia“ entsteht zum 2. mal.

Mit der stetigen Weiterentwicklung seit den 70er Jahren wuchsen verständlicherweise auch die Aufgaben und die Verantwortung für Geschäftsführung und Dirigent. Schließlich erschien es ratsam, die Eintragung in das Vereinsregister anzustreben. Im Jahre 1982 wurde eine Kommission gebildet, welche die erforderliche Satzung ausarbeiten sollte, da die Vereinsstatuten aus dem Jahre 1920 nicht mehr zeitgerecht waren und auch dem heutigen Vereinsrecht nicht entsprachen. Am 18. Februar 1983 fand dann im Nebenzimmer des Gasthauses Henneberger die Versammlung statt, bei der die neue Satzung beschlossen wurde. Nach dieser Satzung führt der Verein den Namen „Musikverein Frankonia e.V. Bütthard”. Mit dieser Namensgebung sollte das Wiederaufleben und Fortführen des im Jahre 1920 gegründeten Vereins bekräftigt werden. Die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Würzburg erfolgte am 24. März 1983. Die nach Annahme der Satzung durchgeführten Wahlen hatten folgendes Ergebnis: Robert Düchs, Vorsitzender; Alfred Kemmer, stellvertretender Vorsitzender; Ernst Schmitt, Kassenwart; Raimund Binder, Schriftführer. Außerdem gehört gemäß Satzung der jeweilige Dirigent – damals Anton Grimm – dem Vorstand an.

Auch Kleider machen Leute!

Neben einer guten musikalischen Ausbildung ist immer auch das äußerliche Erscheinungsbild für ein erfolgreiches Auftreten einer Musikkapelle mit entscheidend. Aus dieser Erkenntnis heraus wurde bereits 1963 eine einheitliche Bekleidung für die Musiker beschafft, die 1965 und 1972 ergänzt werden konnte. In Zusammenarbeit mit dem damaligen Bezirksheimatpfleger Dr. Worschech erhielten die Musikerinnen und Musiker schließlich im Jahre 1980 eine fränkische Tracht. Bei der Finanzierung derselben haben uns der Bezirk Unter- franken, der Landkreis Würzburg, der Markt Bütthard, der Landesverein für Heimatpflege und eine Reihe von Freunden und Gönnern in dankenswerter Weise unterstützt. In den 90er Jahren wurden dann die inzwischen abgetragenen schwarzen Stoffhosen durch eine braune Lederhose ersetzt. Jetzt, im Jubiläumsjahr 2010, wurden 15 komplette Trachten für junge Musiker und für alle Mädchen und Frauen neue Dirndl angeschafft. Auch dieses mal unterstützte uns die Gemeinde, wie so oft in den letzten Jahren, sehr großzügig. Aber auch von der Kirche gab es einen kräftigen Zuschuss.

MKB 1985
MKB 1985

Hohe Auszeichnungen für die „Frankonia“

Beim ersten Kreismusikfest im Jahre 1985, welches der Verein unter dem Motto „125 Jahre Blasmusik in Bütthard” veranstaltete, erhielt er die „Goldene Medaille am weiß-blauen Band”, die höchste Auszeichnung des Nordbayerischen Musikbundes, verliehen.

Bereits ein Jahr später, am 08. Mai 1986, konnte der Vorsitzende bei einem Festakt in der Loisachtalhalle in Wolfratshausen aus der Hand des damaligen Staatssekretärs im Innenministeriums und späteren Bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber die vom  Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker für besondere Verdienste des Vereins um die Pflege des instrumentalen Musizierens verliehene „Pro Musica Plakette” entgegennehmen.

Die Big Band des MV Bütthard erlebte Ende der 80er und Anfang der 90er auch tolle Ehrungen. So ging sie beim Wettbewerb des Dt. Musikrates 1989 in der Sparte Jazzorchester als Sieger hervor, und vertrat damit das Land Bayern beim Bundesentscheid 1991. Dort belegte sie mit stolz geschwellter Brust den 6. Platz.

Ärmel hoch und in die Hände gespuckt!

Mit Beginn der 90er Jahre begann in jeglicher Hinsicht eine sehr aktive Zeit des Vereins „Frankonia“. Angetrieben von der Erkenntnis – Zukunft hat nur, wer sich um den Nachwuchs kümmert- wurde 1990 erstmals seit langer Zeit wieder eine Schüler, bzw. Jugendkapelle gegründet. Unter der Leitung von Alfred Kemmer, Trompeter in der Frankonia, erlernten 20 Jugendliche ein Instrument und wuchsen in wenigen Jahren zu einem schönen Klangkörper zusammen.

Bläserjugend 1989 Bild 1
Bläserjugend 1989
Bläserjugend 1989 Bild 2
Bläserjugend 1989
Bläserjugend 1989
Bläserjugend 1989
Bläserjugend 1989
Bläserjugend 1989

Nach seinem Musikstudium 1995 gründete Alfred Kemmer zusammen mit dem Vorstand der Musikkapelle Vilchband Martin Neckermann ein neues, großes Schülerorchester Bütthard/Vilchband. Auch dieses musizierte viele Jahre sehr erfolgreich zusammen, bevor dann die Jugendlichen in ihre jeweiligen Vereine integriert wurden.

Zwei ganz große des Vereins treten von der Spitze des Vereins in die 2. Reihe.

Ziemlich genau 50 Jahre, also 1/3 der 150 Jahre stand Robert Düchs an der Spitze des Vereines, die er 1995 abgab, und da hat er viele Spuren hinterlassen. Vorbildlich war und ist bis heute nicht nur seine absolute Zuverlässigkeit was Proben und Auftritte, aber auch sein Können auf seinem Instrument, der Tuba, angeht, sondern ganz besonders die Art und Weise des Schriftverkehrs, incl. aller Abrechnungen in der langen Zeit seit 1945. Und das Ehrenmitglied und Ehrenvorstand des Vereins ist auch heute, 2010, nach 65 Jahren, noch mit guten Leistungen Woche für Woche aktiv dabei. Es ist kaum auflistbar, was Robert Düchs für die „Frankonia“ alles geleistet hat, und deshalb nimmt er sicherlich zu Recht einen besonderen Platz in der Geschichte der Musik in Bütthard ein.

Robert Düchs, 2009
Robert Düchs, 2009

Gleichzeitig wechselte auch die musikalische Spitze. Nach 23 Jahren! als Dirigent übergab Schulrektor Anton Grimm im Sommer 1995 nicht nur den Taktstock an Alfred Kemmer, sondern verbunden damit gleich ein ganzes, von ihm über die vielen Jahre hinweg wohl geformtes Orchester. Als Ehrendirigent des Vereines spielt er seitdem und bis heute (2010) fleißig als Trompeter in der Kapelle mit.

Anton Grimm, 2009
Anton Grimm, 2009

 

Musikkapelle 1995
Musikkapelle 1995