Chronik des Vereins

Der 2. Weltkrieg.

Die Musiker der „Eintracht” spielten damals auch die Kirchenmusik. Das war vermutlich mit ein Grund, dass die Kapelle auch nach 1935 weiter existierte. Mit Beginn des zweiten Weltkrieges kam aber auch für sie das Ende. Alle Musiker waren zum Kriegsdienst eingezogen. Das große Völkermorden forderte auch aus ihren Reihen furchtbaren Tribut. Sechs kamen nach Kriegsende nicht mehr zurück: Freudinger Josef, Fuß Oskar, Kehl Michael, Michel Martin, und Obenhuber Ernst.

Während des Krieges und in der Zeit unmittelbar danach, griffen die alten Musiker nochmals zu ihren Instrumenten, um wenigstens die Kirchenmusik zu erhalten. Zu ihnen gehörten u.a. Adam Rau, Ludwig Eck, Johann Link I und Nikolaus Hehn. Auch die früher beim Musikverein „Frankonia” aktiv gewesenen Josef Seger und August Bachert – letzterer bis zu seiner Einberufung – stellten sich wieder zur Verfügung. Außerdem war noch Josef Haaf dabei. Bei Kriegsende gesellte sich Hans Zimmer zu ihnen. Er war der Schwiegersohn von Ludwig Eck und vorher Militärmusiker bei der Luftwaffe. In der Gastwirtschaft Eck fanden auch die Musikproben statt.

Die schwere Zeit nach dem Krieg.

Im Spätsommer 1945, als Felix Link als einer der drei Überlebenden der früheren „Eintracht”- Kapelle aus Gefangenschaft heimgekehrt war, begann dieser mit der Ausbildung junger Musiker und dem Aufbau einer Musikkapelle. Etwa 20 Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren gab er zunächst Einzelunterricht. Mit den „Fortgeschrittenen” folgten dann die gemeinsamen Proben.

Am 31. März 1946 hatte die neue Musikkapelle bei der Abschlussprozession zur Ewigen Anbetung ihren ersten offiziellen Auftritt. (Einige waren allerdings schon etwas früher beim Faschingsumzug aktiv geworden.) Ab diesem Zeitpunkt übernahm sie das Spielen der Kirchenmusik.

Fasching
Fasching

Am 01. Januar 1947 wurde die Musikkasse gegründet, indem jedes Kapellenmitglied eine Reichsmark als Grundkapital einzahlte. Der Eintrag im Kassenbuch weist folgende Mit- glieder aus: Albert Josef II, Böhmer Hans, Böhmer Klaus, Dopf Albin, Dopf Paul, Düchs Robert, Düpre Peter, Fresenius Walter, Hiller Erich, Hiller Karl, Hiller Martin, Kemmer Josef, Kuhn Hermann, Lotter Ferdinand, Müller Bernhard, Nerding Günter, Seger Edwin I, Schuster Hans, Vogel Kilian und Zehnder Markus. Die Kassenführung übernahm Robert Düchs; ab Juli 1947 zusätzlich auch die organisatorische Leitung der Kapelle.

Musikkapelle 1947
Musikkapelle 1947

Im Mai 1949 kehrte Philipp Michel, ebenfalls ein früherer „Eintracht”-Musiker, aus russischer Kriegsgefangenschaft heim. Als „Vollblutmusiker” schloss er sich sofort wieder der Kapelle an und übernahm nach dem frühen Tod von Felix Link im Jahre 1951 die musikalische Leitung derselben. Er war ein hervorragender Trompeter und blieb aktiv bis wenige Monate vor seinem Tod am 04.09.1980. Die Leitung der Kapelle hatte er bereits 1972 an Anton Grimm abgegeben, dem dann am 01. September 1995 Alfred Kemmer nachfolgte.

In der Mitte der fünfziger Jahre sank infolge vieler Wegzüge – vor allem aus beruflichen Gründen – die Zahl der Musiker stark ab. Die Abgänge konnten auch durch die Ausbildung junger Musiker nicht ausgeglichen werden, so dass die Kapelle zeitweise nur 10 bis 12 Mit- glieder zählte. Ab 1970 hat sich dann durch verstärkte Nachwuchsausbildung die Situation wieder zunehmend verbessert. Die Ausbildung legt man damals in die Händ des Musiklehrers und Pianisten Hans Kunz aus Würzburg, der auch einige Jahre die Leitung der Kapelle übernahm.