Chronik des Vereins

Die 1. Schülerkapelle!

Für das Jahr 1900 verzeichnet die Ortschronik die Gründung einer zweiten Musikkapelle in Bütthard, die als „Junge Musik” bezeichnet wird. Es handelt sich dabei durchwegs um 10 – 14-jährige Buben, die das Musikspielen erlernten. Später, z.B. bei der Feier des 25-jährigen Jubiläums dieser Kapelle am 01.02.1925, wird sie dann als die „Alte Musik” bezeichnet, da zu dieser Zeit bereits wieder eine Anzahl Jugendlicher das Spielen eines Instrumentes erlernte.

Der im Jahre 1900 gegründeten Kapelle gehörten nach einem noch vorhandenen Foto aus dem Jahre 1913 folgende Musiker an: Dürr Peter (Tenorhorn), Eck Ludwig (B-Trompete), Hahner Heinrich (Posaune), Hehn Nikolaus (B-Trompete), Kister Peter (Schlagzeug), Link Johann I (Es-Trompete), Link Ludwig (Flügelhorn), Rau Adam (Tuba) und Rau Josef (Bass- trompete).

Fasching 1913

Ob diese Aufzählung tatsächlich alle Musiker der damaligen Kapelle enthält, ist nicht sicher. Es ist durchaus möglich, dass eben nur ein Teil derselben auf dem Foto abgebildet sind. Zur 25-Jahrfeier dieser Kapelle, hat der damalige Ortspfarrer Maximilian Hauck einen Prolog in Gedichtform verfasst, den beim Jubiläum Hedwig Rau (eine Tochter des Bassisten Adam Rau) vorgetragen hat. Ihm ist zu entnehmen, dass die Kapelle von Andreas Müller, einem Musiklehrer aus Würzburg unterrichtet und angelernt worden war.

 Beweise der Existenz.

Ein weiterer Hinweis auf das Bestehen einer Musikkapelle findet sich in der Ortschronik auf Seite 92. Der Chronist schildert dort den Beginn des ersten Weltkrieges: „Die Einberufungs- und Gestellungsbefehle flatterten mit der Post nur so in die Häuser. Jeden Tag waren andere dran, zur Fahne einzurücken. In der ersten Zeit wurden die Vaterlandsverteidiger in der Kirche feierlich gesegnet und dann mit Fahnen und Musik zum Ort hinausbegleitet.”

Die Protokollbücher der Freiwilligen Feuerwehr Bütthard und des Vereins „Eintracht” (ab 1926 „Katholischer Burschen- und Männerverein Eintracht”) geben ebenfalls mehrfach Hin- weise auf das Bestehen von Musikkapellen in Bütthard. In ersterem wird unter dem 27.08.1884 über die „Feier des hohen Geburts- und Namensfestes unseres allergnädigsten Königs Ludwig II.” berichtet, an dem sich die örtlichen Vereine, nämlich die Freiwillige Feuerwehr, der Kampfgenossenverein, der Verein „Eintracht”, der Sängerbund und die Musik beteiligten (Seiten 168/169).

Auf Seite 177 wird dann über die Ausschusssitzung vom 31. Mai 1885 ausgeführt: „…wurde von Herrn Kommandant Eck der Antrag gemacht, für die Musik, welche zur freiw. Feuerwehr getreten ist, messingne Helme anzuschaffen.” Und dann wenige Zeilen weiter: „…wurde der Antrag angenommen und hat Sekretär Meder 12 Stück bei Magirus in Ulm zu bestellen.” Woraus geschlossen werden kann, dass es sich dabei um zwölf Musikanten handelte.

Über die Feier des 30. Stiftungsfestes der Freiwilligen Feuerwehr Bütthard am 22.10.1889 ist u.a. festgehalten: „Die Feier nahm einen schönen, sehr gemütlichen Verlauf, welchen die Musik durch ihre Leistungen sehr steigerte. Es wurde derselben allgemeine Anerkennung zu theil.”